Der KI-Ingenieur

📖 Anleitung — SmartHeat

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Diese Anleitung erklärt jedes Eingabefeld: Was bedeutet es, woher bekomme ich den Wert in der Praxis, und wie lese ich das Ergebnis. Alle Berechnungen erfolgen in Anlehnung an DIN EN 1011 — Ergebnisse sind Richtwerte zur Vorplanung, verbindlich ist allein die freigegebene Schweißanweisung (Schweißaufsicht).

🔥 Wärmeeinbringung Q ❄️ t8/5-Abkühlzeit 🎛️ Interaktives Diagramm 💎 WEZ-Härte-Vorhersage 🌡️ Vorwärmtemperatur Tₚ 🚦 Ergebnisse richtig lesen

🔥 Kachel „Wärmeeinbringung Q"

Zweck: Aus deinen Maschineneinstellungen berechnen, wie viel Wärme wirklich im Bauteil ankommt (Q). Q ist der Schlüsselwert für alles Weitere.

FeldWas ist das?Woher bekomme ich den Wert?
Spannung USchweißspannung am Lichtbogen [V]Anzeige der Stromquelle bzw. Vorgabe aus der WPS. Typisch MAG: 15–35 V.
Stromstärke ISchweißstrom [A]Anzeige der Stromquelle / WPS. Typisch MAG: 80–350 A.
Schweißgeschw. vWie schnell der Brenner die Naht entlangfährt [cm/min]Roboter: programmierter Wert. Hand: Nahtlänge messen und Zeit stoppen (z. B. 20 cm in 30 s = 40 cm/min).
SchweißprozessVerfahren nach ISO-4063-Nummer (135 = MAG …)Steht in der WPS bzw. am Verfahren; bestimmt den Wirkungsgrad k.
SchutzgasGasart nach ISO 14175 (M21, C1 …)Gasflasche/Lieferschein. Die Liste passt sich dem Prozess an; auf die Rechnung wirkt sich belegt nur C1 aus (k = 0,85).

⚡ Impuls-Messmodus Pmod (aufklappbar)

Bei Impuls-/geregelten Lichtbögen ist die einfache Rechnung U·I bis ±35 % falsch. Wenn deine Stromquelle Mittel- und Effektivwerte anzeigt (U/I „avr" und „rms" — trueRMS-Messung), trage alle vier ein: Das Modell liefert die Wirkleistung auf ~1 % genau. Zeigt deine Quelle die Wirkleistung direkt an, nutze diese.

Beispiel: 25 V · 200 A · 40 cm/min · MAG 135 · M21 → E = 0,750 kJ/mm · Q = k × E = 0,8 × 0,750 = 0,600 kJ/mm
Das Ergebnis Q wird automatisch in die Kacheln „t8/5" und „Vorwärmtemperatur" übernommen.

❄️ Kachel „t8/5-Abkühlzeit"

Zweck: Die Zeit, in der die Naht von 800 auf 500 °C abkühlt — sie entscheidet über das Gefüge: zu schnell → Aufhärtung/Kaltrissgefahr, zu langsam → Grobkorn/Festigkeitsverlust.

FeldWas ist das?Woher bekomme ich den Wert?
WerkstoffStahlsorte (nach Gruppen sortiert; ✕ = Berechnung fachlich gesperrt)Bestellbezeichnung/Werkszeugnis. Gruppe und Anwendbarkeit zeigt das grüne/rote Feld darunter automatisch.
QWärmeeinbringung [kJ/mm]Kommt automatisch aus der Wärme-Kachel — oder von Hand eintragen.
T₀Vorwärm-/Zwischenlagentemperatur [°C]Gemessen am Bauteil (Thermometer, Messkreide, Fühler) vor der Lage. Ohne Vorwärmung: Bauteiltemperatur (z. B. 20).
Blechdicke dDicke des Bauteils an der Naht [mm]Zeichnung/Messschieber. Bei ungleich dicken Partnern für t8/5 das dünnere Blech ansetzen (kühlt langsamer, maßgebend).
NahtartForm der Naht — setzt die Nahtfaktoren F3/F2Aus der Konstruktion. Die vorbelegten F-Werte darunter sind editierbar; Bereiche stehen im Hinweis (Fachkraft präzisiert).

🔁 Zwei Rechenrichtungen — der Umschalter oben in der Kachel

Ganz oben in der Kachel wählst du zuerst deine Frage:

Referenzfall: S355J2 · Q 1,0 · T₀ 20 · d 10 → t8/5 = 11,36 s (2D) ✓ im Fenster 10–25 s

🎛️ Kachel „Interaktiv: Blechdicke erleben"

Das Diagramm zeigt, wie t8/5 mit der Blechdicke fällt — bis zur orangen Linie d_ü (Übergangsblechdicke). Links davon (2D-Zone) wirkt jede Dickenänderung; rechts davon ist das Bauteil „thermisch dick": t8/5 bleibt konstant, egal wie dick es wird. Zieh den Regler — der Marker und das Blechdicke-Feld laufen synchron; ändert sich Q oder T₀, rechnet der Server die Kurve neu.

💎 Kachel „WEZ-Härte-Vorhersage"

Zweck: Abschätzen, wie hart die Wärmeeinflusszone (WEZ) wird — mit zwei anerkannten Rechenmodellen (Düren, Yurioka) und einer Grenzwert-Ampel.

FeldWas ist das?Woher bekomme ich den Wert?
C … NbChemische Zusammensetzung in Masse-%Werkszeugnis 3.1 (Schmelzanalyse) deines Blechs — NICHT die Norm-Maximalwerte, die wären zu konservativ. Nicht vorhandene Elemente auf 0 lassen.
t8/5Abkühlzeit [s]Kommt automatisch aus der t8/5-Kachel.
GrenzfallHärtegrenzwert je Regelwerks-KontextJe nach Anwendung: 380 HV10 (Gruppe 1/2) · 450 (Gruppe 3, vergütet) · 350 (Druckbehälter-Regelwerke).

Ergebnis lesen: Angezeigt wird der höhere Wert beider Modelle (sichere Seite) plus beide Einzelwerte. Zusätzlich berechnet das Tool aus derselben Analyse beide Kohlenstoffäquivalente: CEV (IIW 1967, härtebasiert — der Wert aus Werkszeugnissen und Liefernormen) und CET (Uwer/Höhne-Linie, kaltrissbasiert — Basis der Vorwärmrechnung; wird automatisch in die Vorwärm-Kachel übernommen).

Die Modelle sind Näherungen (Düren σ ≈ 16 HV). Gültigkeitswarnungen (z. B. Cr zu hoch, t8/5 außerhalb 3–100 s) ernst nehmen — die Härteprüfung (HV5/HV10 in der Grobkornzone) bleibt maßgebend.

🌡️ Kachel „Vorwärmtemperatur Tₚ"

Zweck: Mindest-Vorwärmtemperatur gegen wasserstoffunterstützte Kaltrisse — nach der CET-Methode (in Anlehnung an DIN EN 1011-2, Methode B).

FeldWas ist das?Woher bekomme ich den Wert?
CETKohlenstoffäquivalent [%]Automatisch aus der Härte-Kachel (überschreibbar) — oder selbst aus dem Werkszeugnis rechnen. Achtung: Maßgebend ist ggf. das um 0,03 % erhöhte CET des Schweißguts (Zusatzwerkstoff-Datenblatt).
Blechdicke dMaßgebende Dicke [mm]Bei ungleichen Partnern im Zweifel die größere Dicke ansetzen (mehr Wärmeableitung → mehr Vorwärmbedarf, sichere Seite); Fachkraft entscheidet.
Wasserstoff HDDiffusibler Wasserstoff im Schweißgut [ml/100 g]Datenblatt des Zusatzwerkstoffs. Moderne Massivdrähte: HD 5 („wasserstoffarm"). Feuchte/rücktrocknungspflichtige Elektroden: höher.
QWärmeeinbringung [kJ/mm]Automatisch aus der Wärme-Kachel.

Ergebnis lesen: Tₚ unter Raumtemperatur → kein Vorwärmen aus der Rechnung nötig. Über 220 °C → Methoden-Deckel: mit max. 220 °C arbeiten und Werkstoff-/Verfahrenswahl prüfen. Außerhalb der Gültigkeit (CET 0,2–0,5 · d 10–90 · HD 1–20 · Q 0,5–4,0) rechnet das Tool bewusst nicht — kein Schein-Wert.

🚦 Ergebnisse richtig lesen (alle Kacheln)

Grenzen des Tools: Alle Werte sind Richtwerte zur Vorplanung (±10 %-Klasse), keine Konformitäts- oder Freigabeaussage. Verbindliche Parameter erfordern Schweißanweisung (WPS), ggf. Verfahrensprüfung und die Schweißaufsicht.